Die Salzachöfen sind schon seit der Faltbootzeit eine berühmte Durchbruchstrecke. Österreichs größte Flussklamm wurde bereits 1931 erstbefahren. In dieser Zeit galt die Schlucht wohl als Ziel der Besten. In der Folge ereigneten sich viele Tragödien. Viele Jahre später sollen die Öfen auch schon mit Luftmatratze und in der Nacht befahren worden sein.
Wie präsentieren sich die Salzachöfen heutzutage für die Kajakfahrer?
Je nach Wasserstand gibt es sehr starke Presswässer in der eindrucksvollen Klamm. Eine Besichtigung ist von einer gebührenpflichtigen Steiganlage möglich.
Entscheidend welche Situation den Kajakfahrer in der Klamm erwartet ist der Wasserstand. Man kann dazu den Pegel Golling heranziehen: Als NW gilt 60cm, ab 80cm bilden sich in den Öfen Presswässer, die mit steigender Wassermenge immer energischer werden.
Da die Salzach in diesem Bereich kraftwerksgeregelt ist, sind Wasserstandsschwankungen sogar auf dem Weg zum Einstieg möglich. Eine letzte Kontrollmöglichkeit bietet sich am Einstieg, wenn hier eine große Felsplatte überspült ist, ist der Wasserstand über 80cm. Bei NW fließt die Salzach übersichtlich mit flotten Schwällen durch die Schlucht.
Kriterium ist bei jedem Wasserstand die Schluchtausfahrt, das Hufeisen.
Was von hoch oben übersichtlich erscheint, entpuppt sich bei NW als ein Gewirr von riesigen Felsbrocken, obwohl die Durchfahrt beim Hufeisen relativ breit ist.
Bei MW und HW erschweren starke Presswässer die dann schon recht wuchtige Durchfahrt, zudem ist die l Klammwand in der Ausfahrt stark angespült. Es gibt allerdings dann auch schon Alternativen zur Befahrung auf der r Flussseite.
Die Frage nach den Schwierigkeiten ist nicht ganz einfach zu beantworten. Bei Pegeln um 70cm übersteigt die Schlucht nicht WW IV, vorausgesetzt man findet die richtige Spur durch das Hufeisen. Bei mehr Wasser nähert man sich sicherlich WW V.
Zu berücksichtigen sind auf jeden Fall die Wasserstandsschwankungen, die starken Presswässer und die unangenehm angespülten Felsen im unteren Teil. Zudem befindet man sich in einer Klamm ohne Umtragemöglichkeit. Der Wanderweg verläuft hoch oben und man neigt dazu die Verhältnisse zu unterschätzen.
Trotzdem denke ich, dass man sicheren Fahrern eine Fahrt durch die Öfen empfehlen kann, sie sind ungeheuer eindrucksvoll. Keinesfalls sollten aber die Gefahren unterschätzt und die Salzachöfen verharmlost werden. Wer sich vom Wanderweg aus schon nicht sicher ist, sollte eine Befahrung in jedem Fall unterlassen.