Der Cehennem, dt. Höllenbach, ist auch als Pamukluk Çayı bekannt. Diese bei ausreichender Wasserführung sehr lohnende Etappe führt mit gefällstarkem Wildwasser durch eine tiefe Waldschlucht. 20-30m³/s sind für erfahrene WW V Paddler ein idealer Wasserstand zum Kennenlernen und garantieren Wuchtvergnügen nicht nur in den Kernstellen. Die Untergrenze für eine genussvolle Befahrung dürfte bei 10m³/s liegen.
Nach dem Einstieg geht es zunächst einige hundert m leicht dahin, das Schrägwehr in der Rechtskurve kann gut befahren werden, während die Ufer immer steiler werden. Eine verwinkelte Stelle zwischen siphonierten Konglomeratblöcken ist gerade noch mit langem Hals fahrbar.
Wenn sich das Flussbett verengt und der Cehennem über eine hohe Abrisskante stürzt muss l angelandet werden. Auf den folgenden 300m stürzt der Fluss geräuschvoll über ein unfahrbares Felschaos. Für die mühsame Trage am l Ufer sollte man eine knappe halbe Stunde rechnen. Bevor am l Ufer eine Felswand das Umtragen unmöglich macht muss nach r traversiert werden. Diese Seilfähre in starker Strömung direkt vor einer unfahrbaren Stufe stellt das Kriterium dar. Ab einem bestimmten Wasserstand ist die Strömung zu stark, und auch schon bei MW erlaubt die lange Traverse keine Fehler. Wie sich die Situation bei NW darstellt muss an anderer Stelle beurteilt werden, bei MW und HW ist die Schlucht nur für sattelfeste WW V Paddler zu empfehlen.
Nach der Seilfähre werden rechts je nach Gusto ein oder zwei weitere Stufen umtragen. Auf den Folgekilometern zeigt sich der Cehennem von seiner besten Seite: lange, wuchtige Schwälle, meist gerade noch vom Boot zu überblicken. Achtung auf einen Schwall, der in einer rückläufigen, flussbreiten 1,5m hohen Stufe endet: Die Hauptströmung zieht geradewegs in Siphone am l Ufer. Rechtzeitig l anlanden und einfach umtragen.
Der Flusscharakter bleibt offen und der Cehennem bietet Wuchtvergnügen vom Feinsten. Eine letzte optionale Umtrage wartet in Form einer engen, hohen Schrägstufe, ähnlich der Abschlussstufe der Wellerbrücke. Auch hier kann links l umtragen werden. Ab dieser Stelle verläuft am l Ufer ein Anglerpfad. Nach etwa einem weiteren km erreicht man eine kleine Holzbrücke mit einer Gebäuderuine. Hier müsste ein Notausstieg aus der Schlucht möglich sein.
Ab hier nur noch leichtes Wildwasser. Am folgenden, künstlich aufgeweiteten Schotterbett ist nach Aussagen von am Einstieg getroffenen Vermessungsingenieuren ein Kraftwerk geplant. Im April 2009 waren außer den Vermessungsarbeiten keine Bautätigkeiten zu beobachten.
Insgesamt trotz der mühsamen Umtrage eine wirklich lohnende Etappe!

die große Unfahrbare am Beginn der Schlucht

offenes Wildwasser im Mittelteil der Schlucht

faires Traumwildwasser

die Folgestrecke ist wohl ganzjährig trocken